Kinderzeitung: So entsteht ein Baumhaus

In das Segel-Baumhaus passen Shahira, Domenick und Abdel locker zu dritt hinein

Eine Holzhütte mit Rutsche in einem Baum: So stellen sich die meisten Kinder und Erwachsenen ein Baumhaus vor. Doch Baumhäuser können auch ganz anders aussehen. Wer sich an der Universität der Nachbarschaften (abgekürzt: UdN) am Rotenhäuser Damm umschaut, sieht zum Beispiel Nester aus Feuerwehrschläuchen und große Segel zwischen den Ästen hängen. Erfunden und gebaut wurden die Baumhäuser von Kindern aus Wilhelmsburg, die sich mit Studenten und Fachleuten zusammengetan haben. Shahira, Abdel und Domenick waren dabei und sind nun echte Experten. Sie verraten euch, worauf es beim Bauhaus-Bau ankommt.

Was Baumhaus-Bauer auf jeden Fall brauchen, sind Bäume – klar. Wichtig ist, dass die Bäume stark genug sind, sagen die drei Experten. Es ist aber nicht in jedem Baum erlaubt, ein Baumhaus zu bauen. Im Park zum Beispiel könnte es Ärger geben. Außerdem könnten Tiere im Baum leben – die müssen in Ruhe gelassen werden. Um die richtigen Bäume zu finden, sollten Kinder ihre Eltern fragen, raten die Baumhaus-Bauer.

Gut geplant ist halb gebaut

Und dann? Einfach drauflos bauen geht auch – aber dabei kommt selten ein gutes Baumhaus zustande, weiß Shahira (9). Ihr Tipp: Erst einmal Wünsche sammeln. Soll das Baumhaus kuschelig sein? Oder ein geheimes Räuberversteck? Wie viele Kinder sollen hineinpassen? Wenn alle aufgeschrieben haben, was ihnen dazu einfällt, ist es auch leichter, das passende Baumaterial zu finden. Denn wer sich ein Nest zum Träumen wünscht, ist mit einer finsteren Holzhütte schlecht bedient. „Wir haben zuerst ein Modell gebaut“, sagt Shahira. Das Miniatur-Segel-Baumhaus etwa bastelten die Kinder aus Latten, Schnürsenkeln, Klebeband und einem alten Duschvorhang. Der Vorteil: Die Kinder konnten Probleme schon vor dem Bau erkennen und sich Lösungen überlegen. Auch beim Bau des echten Baumhauses sollten zwischendurch immer wieder getestet werden, was die Konstruktion aushält, rät Shahira.

Freie Wahl beim Material

Woraus wird das Baumhaus gemacht? Shahiras Bruder Abdel (11) kennt inzwischen viele gute Materialien. Holz ist der Klassiker. Besonders stabil wird ein hölzernes Baumhaus, wenn es aus aus Dreiecken zusammengesetzt ist. Die können Kinder schon am Boden vorbauen, indem sie Holzlatten zusammennageln oder verschrauben. Abdels Tipp: Wer einen Akkuschrauber benutzt, muss sich weniger anstrengen. Später werden die Dreiecke im Baum befestigt und miteinander verschraubt. Vorher haben die Kinder Teppichstücke um Stamm und Äste gewickelt. „Nicht, dass der Baum verletzt wird“, sagt Abdel.

Auch Feuerwehrschläuche oder Segelstoff sind gute Baumhaus-Materialien. Schläuche gibt die Feuerwehr manchmal für wenig Geld ab, wenn sie zum Löschen nicht mehr taugen. Mit einem Cuttermesser schnitten die Kinder die Schläuche in Streifen und webten daraus eine Matte. Die hängt nun an den Ecken befestigt im Baum. Auch für das Segel-Baumhaus benutzten die Kinder Feuerwehrschläuche. Sie nähten breite Schlaufen an den Rändern der Segel fest, zogen die Schläuche hindurch und spannten die Segel so zwischen drei Bäumen auf. „Das Segel-Baumhaus geht etwas schneller, als wenn man ein Holzhaus baut“, sagt Abdel. Außerdem passen mehr Kinder gleichzeitig hinein. Ein Tipp für alle, die kein Segel bekommen können: Im Baumarkt gibt es große Rollen mit durchsichtiger Folie. Die können Kinder zu Strängen drehen und als Ersatz für die Schläuche zwischen die Bäume spannen. Dann einfach das Dreieck immer wieder mit Folie umwickeln, bis in der Mitte eine stabile Fläche entstanden ist.

Sicherheit ist die oberste Regel

Und was ist, wenn das Baumhaus zusammenkracht? Darauf müssen alle Bauleute vorbereitet sein, meint Domenick (8). Er sorgt deshalb für guten Schutz: Zuerst verteilt er eine Schicht Sand auf den Boden unter dem Baumhaus, dann schüttet geschreddertes Holz darüber. Wer kein Schreddergut hat, kann auch was anderes nehmen, sagt Domenick: „Zum Beispiel ganz viele Matratzen, oder gleich ein Trampolin.“ Auch während der Bauarbeiten steht Sicherheit an erster Stelle. Immer dort, wo Bauteile über ihren Köpfen hängen, tragen die Kinder deshalb Bauhelme. Wer keinen Bauhelm hat, kann auch einen dicken Fahrradhelm nehmen, sagt Domenick. „Wenn man ein Baumhaus aus Holz macht, dann lieber groß, damit man genug Platz hat“, rät er. Und wer Seile oder Schläuche verwendet, muss aufpassen, ob die Knoten auch halten.

Auch wenn es viel zu bedenken gibt – das Bauen macht richtig Spaß, sagen die drei. Und darin zu klettern, zu spielen oder zu chillen erst recht. Wer das mal ausprobieren möchte, sollte am Samstag zum Sommerfest der UdN kommen. Dann sind auch die Baumhaus-Experten da und geben Ratschläge für alle, die selbst ein Baumhaus bauen möchten.

von Annabel Trautwein

 

Tipp:

Das Sommerfest an der Universität der Nachbarschaften (Rotenhäuser Damm 30) ist am Samstag, 27. Juli. Es beginnt um 14 Uhr und kostet keinen Eintritt. Weitere Infos gibt es im Internet unter udn.hcu-hamburg.de/de

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