Ein Wochenende für die Kunst: Ateliers auf der Insel öffnen ihre Türen

Kathrin Milan organisiert zum dritten Mal die Kunst- und Ateliertage auf den Elbinseln

Was macht die Kunst in Wilhelmsburg? Davon können sich am kommenden Wochenende alle ein Bild machen. Künstlerinnen und Künstler auf der ganzen Insel öffnen ihre Ateliers und geben einen Einblick in ihre Werke, Kulturschaffende bieten Workshops zum Mitmachen an, Läden, Cafés und soziale Treffpunkte starten ein selbstgemachtes Kulturprogramm. Die Elbinsel Kunst- und Ateliertage bieten in ihrer dritten Runde so viel wie noch nie: An 28 Orten in Wilhelmsburg und auf der Veddel gibt es Kunstgenuss aus erster Hand.

Die Elbinseln haben künstlerisch eine Menge zu bieten – das will Organisatorin und Stadtteilkünstlerin Kathrin Milan auch in diesem Jahr wieder zeigen. Die Kunst- und Ateliertage am 19. und 20. Oktober sind offen für alle: Gestandene Profis zeigen hier genauso ihre Werke wie Hobbykünstler oder kulturinteressierte Leute, die gern selbst etwas auf die Beine stellen. Etwa hundert Menschen sind dieses Jahr dabei und bereichern das Programm mit eigenen Werken und Aktionen. Ein Motto oder Thema gibt es bei den Kunst- und Ateliertagen ganz bewusst nicht. Alle sollen einfach das zeigen, was ihnen selbst wichtig ist. „Diese großen Themenausstellungen haben immer etwas mit den Ideen anderer zu tun“, sagt Kathrin Milan. Bei der Werkschau in Wilhelmsburg und auf der Veddel soll sich niemand verbiegen müssen.

Im Gegensatz zu aufwändig inszenierten Kulturshows der üblichen Hamburger Großveranstaltungen darf die Kunst bei den Ateliertagen ganz alltäglich bleiben. „Kunst und Kultur kommt von den Menschen, die sie schaffen – nicht von einer Firma oder einer Stadt, die großartige Events veranstaltet“, sagt Kathrin Milan. Als sie 2010 zum ersten Mal herumfragte, wer bei ihrer Elbinsel-Aktion mitmachen würde, sei es oft zu Missverständnissen gekommen, erzählt sie. „Bei vielen war die erste Antwort: Ich will nichts mit der IBA zu tun haben.“ Viele brachten sie und ihr Engagement offenbar automatisch mit der Bauausstellung in Verbindung. „Mit ihrem ganzen Marketing hat die IBA so getan, als hätte erst sie Kunst und Kultur auf die Insel gebracht“, sagt Kathrin Milan. „Aber ganz viele sind ja schon vorher hier gewesen.“

Freier Eintritt zu allen Ausstellungen und Workshops

Um das zu zeigen, soll die Schwelle bei den Kunst- und Ateliertagen so niedrig wie möglich sein. Für Gäste ist das Programm kostenlos, auch die Workshops. Die ehrenamtlichen Künstlerinnen und Kulturmacher entscheiden selbst, was sie zeigen und anbieten wollen und wie lange ihre Tür geöffnet bleibt. Manche stellen ihre Werke auf den Kunst- und Ateliertagen zum ersten Mal öffentlich aus. Auch viele Laden- oder Kneipeninhaber nutzen die Gelegenheit, ein eigenes Kulturprogramm zu starten, ihre Räume zu Galerien umzugestalten oder Workshops einen Platz zu bieten. Die Kunst- und Ateliertage sollen schließlich nicht nur zeigen, was es schon an Kultur auf den Elbinseln gibt, sondern auch Lust machen, die eigenen Talente und den Spaß an der Kunst zu entdecken.

Wie können Gäste das Wochenende am besten auskosten? „Ich empfehle, den Plan gut zu studieren und sich für Samstag und für Sonntag jeweils eine Route zu überlegen“, sagt Kathrin Milan. Je nach dem, wann wo besonders viel los ist, könnten sich Gäste zum Beispiel einen Tag für das Reiherstiegviertel freihalten und und am anderen Tag die Ateliers und Kunststätten im Süden der Insel besuchen. Besonders gesellig wird es am Samstagabend in der Witternstraße, sagt Kathrin Milan. „Da treffen sich alle Künstler zum Essen. Alle, die wollen, können dazu kommen.“

von Annabel Trautwein

 

Tipp:

Das Programm der Kunst- und Ateliertage liegt an vielen öffentlichen Plätzen in Wilhelmsburg und auf der Veddel aus. Auf der Karte sind alle Verantstaltungsorte eingezeichnet. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.kunst-und-ateliertage.de

 

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