Kinderzeitung: Schriftstellerin Kirsten Boie verrät ihre Pläne für die Wilhelmsburger Lesewoche

Boie_Kirsten 2011_©Paula Markert für Presseseite

Viele Kinder kennen die Bücher von Kirsten Boie. Die Schriftstellerin hat sich zum Beispiel „King Kong, das Krimischwein“ ausgedacht – eine Geschichte über ein Meerschweinchen auf Verbrecherjagd. Auch der Meerjungmann Nix und der Ritter Trenk sind Kinderbuchhelden, die Kirsten Boie erfunden hat. Nun kommt die bekannte Schriftstellerin nach Wilhelmsburg. Bei der Wilhelmsburger Lesewoche liest sie Kindern aus dem Stadtteil aus ihren Büchern vor. Im Interview mit der Kinderzeitung von WilhelmsburgOnline.de beantwortet Kirsten Boie schon vorher ein paar Fragen.

Hallo Frau Boie! Welche Geschichten haben Sie denn für die Lesewoche in Wilhelmsburg ausgesucht?

Ich werde mehrere Geschichten von Nix, dem Meerjungmann, vorlesen. Ich habe drei Bücher über ihn geschrieben: Das erste heißt „Verflixt, ein Nix!“, das zweite heißt „Wieder Nix“ und das neueste heißt „Nix wie weg“. Ich habe mir die Bücher ausgesucht, weil Wilhelmsburg ja eine Insel ist. Da passt ein Meerjungmann ganz gut, dachte ich mir.

Woher wissen Sie, was Kinder spannend finden?

Das weiß ich überhaupt nicht. Vielleicht finden viele Kinder meine Bücher ja auch langweilig. Aber ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich selbst ein Kind war – vielleicht besser als manche andere Erwachsene. Später hatte ich auch viel mit Kindern zu tun: Ich habe selbst zwei Kinder, die heute schon groß sind. Und ich habe lange als Lehrerin gearbeitet.

Haben Sie einen Trick, um auf gute Ideen zu kommen?

Nein, ich weiß gar nicht, wo meine Ideen herkommen. Es passiert einfach so. Die Idee zu dem Buch „Seeräuber-Moses“ zum Beispiel kam mir, als ich mit dem Auto vor einer roten Ampel wartete. Seeräuber und Straßenverkehr – das hat ja nun gar nichts miteinander zu tun. Wenn ich wenigstens auf einem Schiff gewesen wäre! Manchmal haben mich Kinder auf gute Ideen gebracht. Ich bekomme oft Post von Kindern, die meine Bücher gelesen haben und Vorschläge machen. So sind auch die Bücher „King Kong, das Zirkusschwein“ und „King Kong, das Krimischwein“ entstanden. Erst habe ich den Kindern zurückgeschrieben: „Nein, das geht nicht. Ein Meerschweinchen kann nicht im Zirkus auftreten oder Verbrechen aufklären.“ Aber dann ist mir eingefallen, wie es trotzdem geht.

Welche Geschichten haben Sie selbst gerne gelesen, als Sie klein waren?

Spannende Geschichten und lustige Geschichten. Ich mochte gerne die Bücher von Enid Blyton, „Fünf Freunde“ zum Beispiel. Auch die Geschichten von Erich Kästner und alle Bücher von Astrid Lindgren habe ich gerne gelesen. Die gab es auch damals schon, als ich noch ein Kind war.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kinderbuchautorin zu werden?

Zuerst bin ich Lehrerin geworden. Der Beruf hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Später habe ich dann zwei Kinder adoptiert. Damals war es so, dass eine Frau, ein Kind adoptiert, nicht arbeiten darf. Ich konnte also nicht mehr in die Schule, sondern musste zu Hause bleiben. Da habe ich mir gedacht: Dann kann ich ja jetzt machen, was ich immer schon gerne mal wollte: Kinderbücher schreiben.

Schreiben Sie jetzt gerade auch an einem neuen Buch?

Ja, ich sitze gerade vor dem Laptop.

Wovon handelt die Geschichte?

Das verrate ich nicht. Das mache ich nie, wenn ich an einer Geschichte arbeite. Ich weiß ja gar nicht, ob das Buch auch etwas wird und ob ich es zu Ende schreibe. Außerdem möchte ich nicht, dass andere mir sagen, dass sie die Geschichte blöd oder langweilig finden, noch bevor sie fertig ist. Solange ich schreibe, sage ich kein Wort über das Buch. Erst wenn es fertig geschrieben ist, kann ich darüber reden.

Sie sind auch seit zehn Jahren Schirmherrin der Wilhelmsburger Lesewoche. Was bedeutet das überhaupt?

Ich sage immer Schirmfrau, Schirmherrin klingt immer so streng. In dem Begriff steckt ja das Wort „Schirm“ drin. So wie ein Schirm vor Regen schützt, ist ein Schirmherr oder eine Schirmfrau dazu da, ein bisschen auf die Lesewoche aufzupassen. Das heißt, ich gucke darauf, dass die Woche gut läuft – indem ich selbst Kindern vorlese, aber auch indem ich meine Kontakte zu anderen Leuten nutze. Zum Beispiel habe ich die Kultursenatorin eingeladen. Sie ist eine wichtige Politikerin in Hamburg. Oder ich mache die Lesewoche in Zeitungen oder anderen Medien bekannt.

Zum Beispiel in der Kinderzeitung auf WilhelmsburgOnline.de. Vielen Dank für das nette Interview!

Gerne, mir hat es auch viel Spaß gemacht. Bis bald in Wilhelmsburg!

 

Das Interview führte Annabel Trautwein.

Das Foto ist von © Paula Markert.

 

Tipp:

Wer Kirsten Boie treffen und ihren Geschichten zuhören möchte, sollte hier dabei sein: Donnerstag, 7. November, 9 Uhr bis 12 Uhr in der Emmauskirche an der Mannesallee.

Habt ihr selbst eine gute Idee für eine Geschichte? Dann schickt doch Kirsten Boie eure Tipps! Ihr könnt ihr eine Email schreiben oder einen Brief mit der Post verschicken.

Die Mailadresse ist buero@kirstenboie.de. Die Postadresse geht so:

Kirsten Boie

c/o Verlagsgruppe Oetinger
Poppenbütteler Chaussee 53
22397 Hamburg

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