Genossenschaft soll Sport im Inselpark fördern

Marvin Willoughby, Yvonne Zimmermann, Cordula Radtke, Andy Grote und Karl Schwinke (Large)

Am Wilhelmsburger Inselpark wollen sich Unternehmen und Vereine zu einer Parksport-Genossenschaft zusammentun. Sie soll eine Anlaufstelle sein für alle, die sich für die Sportangebote im Park und im Stadtteil interessieren. Die Firmen und Vereine versprechen sich von der Genossenschaft auch einen Austausch an Ideen und Erfahrung und wollen sich gegenseitig unterstützen. Um eine Vermarktung des Parks soll es dabei aber nicht gehen, wie die Initiatoren betonen. Auf einer Pressekonferenz mit Bezirksamtsleiter Andy Grote und Sport-Staatsrat Karl Schwinke stellten sie ihren Plan vor. Nun hoffen sie auf weitere Vereine, Firmen oder Privatpersonen, die sich ihnen anschließen wollen.

Mehr Zusammenarbeit zwischen den Wilhelmsburger Vereinen – das erhofft sich Cordula Radtke vom 1. FFC Elbinsel Wilhelmsburg von der Genossenschaft. Die Clubs könnten dort Ideen austauschen, Sportangebote aufeinander abstimmen oder neue entwickeln, um mit vereinten Kräften mehr Menschen für den Vereinssport zu gewinnen. „Das ist das allerwichtigste Ziel: Wir wollen Menschen bewegen in diesem Stadtteil, die vielleicht jetzt noch nicht den Zugang zu Sport und Bewegung gefunden haben“, sagte die Vorsitzende des ersten Frauen-Fußballclubs auf der Insel. Für ehrenamtlich arbeitende Vereine sei das eine große Aufgabe. Hier soll die Genossenschaft helfen. „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir zusammen“, sagte Cordula Radtke.

In einer Genossenschaft bleiben alle Vereine und Firmen eigenständig und müssen ihre Marke nicht aufgeben – das ist für Marvin Willoughby, Vorsitzender des Vereins „Sport ohne Grenzen“, das entscheidende Kriterium. Der Verein, der mit seinem Basketball-Angebot soziale Kompetenzen bei Jugendlichen fördern will, habe in der entstehenden Sporthalle am Inselpark eine Heimat gefunden. Nun sei die Genossenschaft der logische nächste Schritt, um sich im Stadtteil zu verankern, erklärte der ehemalige Basketballprofi, der selbst aus Wilhelmsburg stammt.

Zwölf Firmen und Vereine wollen mitmachen

Neben dem 1. FFC Elbinsel Wilhelmsburg und „Sport ohne Grenzen“ gibt es zehn weitere, die Gründungsgenossen werden wollen: die Nordwandhallen Betriebsgesellschaft, die Firma Schattenspringer, die den Hochseilgarten betreibt, Bäderland, den SV Wilhelmsburg, den Skateboard e.V., die BMS Sportveranstaltung GbR, die Firma Sportjobs 123, das Wälderhaus, die genossenschaftliche Sparda-Bank Hamburg und die SG Wilhelmsburg. Es sollen noch mehr werden, sagen die Initiatoren. Alle, die mitmachen wollen, seien willkommen – nicht nur Firmen und Vereine, sondern auch Privatpersonen. Im Mai oder Juli soll die Genossenschaft offiziell ins Leben gerufen werden, erläuterte Yvonne Zimmermann von der Sparda-Bank. Wer sich anschließen will, müsse nur Kontakt zu einem der Gründungsmitglieder aufnehmen und 100 Euro Genossenschaftsanteil mitbringen. „Damit ist den rechtlichen Pflichten schon Genüge getan“, sagte sie.

Für Bezirksamtsleiter Andy Grote und sein Team ist die neue Genossenschaft nicht nur ein willkommener Partner bei der Entwicklung des Angebots im Inselpark, sondern auch eine Entlastung. Der Bezirk habe auch die Aufgabe, ein Netzwerk zu bilden, das eine vielfältige Nutzung und den Erhalt des Parks sicherstellt, erläuterte er bei der Pressekonferenz. Die Genossenschaft leiste noch einiges darüber hinaus: Sie mache den Parksport bekannt, koordiniere das Angebot und erarbeite ein eigenes Freizeitprogramm. „Das könnten wir als Bezirk nie auf die Beine stellen“, sagte der Bezirksamtschef. Trotzdem seien er und sein Team weiterhin für den Park verantwortlich – zumal es dort nicht nur um Sport gehen soll. „Es ist nicht so, dass jeder, der sich im Park engagieren möchte, in die Genossenschaft kommen muss“, sagte Andy Grote. Auch in anderen Bereichen könnten sich Leute und Gruppen aus dem Stadtteil einbringen, um die Zukunft des Parks mitzugestalten.

Initiatoren: Es geht nicht um Kommerz

Dass mit der Gründung der Genossenschaft der Inselpark und die Marke Parksport bekannter werden, ist nach Darstellung der Initiatoren ein positiver Nebeneffekt. Ein kommerzielles Interesse verfolge die Genossenschaft nicht, erklärten sie bei der Präsentation ihres Konzepts. Auch Andy Grote bekräftigte, die Genossenschaft folge einer gemeinnützigen Ausrichtung. Dabei stehe der Ausbau des Sportangebots für alle im Stadtteil im Fokus. Die Genossen sollen sich gegenseitig unterstützen, sagte Marvin Willoughby: „Es ist nicht das Ziel, den Gewinn zu maximieren und den Park zu vermarkten.“

Nach der Gründung will die Parksport-Genossenschaft auch mit einem eigenen Büro am Inselpark vertreten sein. Dort sollen sich Menschen aus dem Stadtteil über das Sportangebot der Mitglieds-Firmen oder -Vereine schlau machen können. Bezirksamtschef Andy Grote stellte auch schon ein Programm für 2014 in Aussicht: „Es wird eine ganze Reihe von Veranstaltungen auch dieses Jahr schon geben“, versprach er. Wann genau es so weit sein wird, ist aber noch offen – die künftigen Genossen haben die letzten Schritte der Gründung noch vor sich.

von Annabel Trautwein

 

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ein Kommentar zu Genossenschaft soll Sport im Inselpark fördern

  • Mariano Albrecht  sagt:

    Nun stellt sich allerdings die Frage wie sich diese Genossenschaft tragen soll und wie Büro, evtl. Mitarbeiter finanziert werden sollen. Kostenpflichtige Angebote? Events? Ein echtes Recherchethema…

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