Flüchtlinge treffen in Kirchdorf-Süd ein

Karl-Arnold-Ring 2

Am Karl-Arnold-Ring 11 in Kirchdorf-Süd ziehen die ersten Flüchtlinge ein. Seit Donnerstag läuft die Unterbringung im ehemaligen Schulgebäude, wie Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) am Donnerstagabend in der Bezirksversammlung bestätigte. Die frühere Schule soll Platz für 300 Menschen bieten. Sie ist eine von fünf Notunterkünften, mit der die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (Basfi) den dramatischen Andrang von Flüchtlingen begegnen will. Auch an der Dratelnstraße sollen Notunterkünfte geschaffen werden. Auf dem ehemaligen igs-Parkplatz sollen im Oktober 240 Menschen in Container einziehen.

Es fehlt Platz für Flüchtlinge in Hamburg – doch trotzdem immer mehr Menschen in der Stadt an, die vor unerträglichen Verhältnissen in ihren Heimatländern ins Ungewisse geflohen sind. Rund 1.500 von ihnen warten nach Angaben der Basfi bislang vergeblich auf eine Unterkunft. Um herauszufinden, wie viele Plätze gebraucht werden, sei die Behörde auf deutschlandweite Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge angewiesen. Das Bundesamt aber habe diese Zahlen im Jahr 2014 schon drei mal nach oben korrigiert. „Die Entwicklung der Zahlen überholt uns schlicht“, sagte Andy Grote in der Bezirksversammlung.

Um die Not der geflüchteten Menschen zu lindern, müsse die Stadt dringend mindestens 2000 neue Plätze schaffen, erklärte der Bezirksamtschef. Rund 900 insgesamt hat die Basfi für Wilhelmsburg vorgesehen: 300 Menschen werden ab sofort kurzfristig in der alten Schule am Karl-Arnold-Ring einquartiert, auf dem früheren igs-Parkplatz an der Dratelnstraße sollen Container für 240 Menschen aufgestellt werden. Zudem will die Basfi die bereits gefassten Pläne für weitere Unterkünfte schneller voranbringen. In Wilhelmsburg geht es dabei um die Brachfläche an der Sanitasstraße, wo 130 Menschen in Modulhäusern aufgenommen werden sollen, und um die noch nicht fertiggestellten Georg-Wilhelm-Höfe am Kurdamm, wo ebenfalls 130 Flüchtlinge leben sollen. Hier hatte die Basfi im Februar angekündigt, dass die Unterkünfte im April fertig sein sollen, doch das sind sie bis heute nicht. Auch an der S-Bahnhaltestelle Veddel will die Basfi Container aufstellen. Hier sollen 80 bis 120 Menschen leben können.

Um die Notunterkünfte so schnell wie möglich bereitstellen zu können, will Hamburg vom Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) Gebrauch machen. Das bedeutet, dass die Behörden auch an den sonst üblichen Genehmigungsverfahren vorbei Maßnahmen ergreifen können, um eine Not- oder Gefahrensituation von der Stadt abzuwenden. Beim Schaffen neuer Unterkünfte für Flüchtlinge sollen deshalb zunächst nur Brandschutz, Sicherheitsfragen und „zwingende Nachbarschaftsbelange“ berücksichtigt werden, erklärte Andy Grote. Was das im konkreten Fall darunter zu verstehen ist, führte er nicht aus.

(atw)

 

10 Kommentare zu Flüchtlinge treffen in Kirchdorf-Süd ein

  • Adam Rey  sagt:

    Es war klar: um die Leute zu beruhigen, wird  erst einmal getönt, dass die meisten Flüchtlinge nach Eimbsbüttel kommen. Doch am Ende landen sie dann doch in WiIhelmsburg: Kurdamm, Schule Karl-Arnold-Ring, Dratelnstrasse, Sanitasstrasse, Hafenrandstrasse, Parkplatz S-Veddel … 

    Zeitgleich müssen wir vernehmen, dass de GRÜNEN verhindern wollen, dass die ehemaligen Staaten von Ex-Jugoslavien als sichere Drittstaaten eingestuft werden, damit man die ganzen Roma als "Flüchlinge" und Asylanten hier aufnehmen kann, obwohl sie etwa 20% bis 25% der "Flüchtlinge" ausmachen, aber nur eine Anerkennungsquote von 0,3% an anerkannten Asylverfahren hatten und weiterhin zu erwarten haben. Ausgerechnet die GRÜNEN zücken dabei die Moralkeule, obwohl sie noch vor nicht allzu langer Zeit die Interessen der Kinderschänder parlamentarisch vertreten haben.

    Eigentlich sollte man die "Flüchtlinge" nach der Quote der Grünen-Wähler (überwiegend besserverdienende Lehrer, Sozialarbeiter und Beamte) bei den letzten Wahlen verteilen: also dort, wo die Wähler der Grünen wohnen, damit sie selbst mit ihrem Anspruch konfrontiert werden. Aber nein, man verschiebt die Flüchtlinge in die Stadtteile, die erfahrungsgemäss wenig Gegenwind erwarten lassen, und dazu gehört Wilhelmsburg, da viele Menschen hier die Sprache nicht richtig beherrschen und sich politisch nicht wehren können.

    Immerhin werden wir künftig viel von diesen Leuten von "Willkommenskultur" etc. hören können und belehrt werden, welche in ihren Jobs davon profitieren, wenn hier möglichst viele "Flüchtlinge" kommen: alle Firmen, die Sprachkurse und Integrationsangebote anbieten. Diese Meute  reibt sich geldgeil schon klammheimlich die Hände ob der sprudelnden Steuermittel….. Von der Diakonie, über Vericom bis hin zu kleinen und grossen (angeblich "sozialen") Trägern, für sie sind goldene Zeiten angebrochen. Ihre Jobs sind nun gesichert, dei Sozialarbeiter können jubeln, auch wenn sie nach aussen nur das Menschliche herauskehren werden und sich als die guten Menschen selbst darstellen werden….

    Wilhemsburger, vergesst bei den kommenden Wahlen nicht:

    Wer hat Euch verraten ?  Die Sozialdemokraten

    ….. denn die Sozis treffen hier die politischen Entscheidungen in der Stadt !!

  • Birte  sagt:

    Ich bin nun wahrlich keine Anhängerin der Politk dieses Senats, aber hier geht es darum, das wir Flüchtlinge unterbringen und diese auch willkommen heißen sollten. Diese platten Stammtischparolen werden dem Problem wohl kaum gerecht. Zum Glück gibt es Menschen, die anders denken und bereits erste Hilfs- und Spendenaktionen organisieren. Du kannst im Übrigen ganz beruhigt sein, die Grünen haben heute diesem faulen Kompromiss zugestimmt, also die Herkunfstländer der meisten Roma als sichere Drittstaaten anzuerkennen, was sie für diese Menschen nicht sind. Ich wünsche Dir, das Du nie fliehen mußt, nie so in Not bist, das Du auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen bist.

    • Adam Rey  sagt:

      Liebe Birte, anstatt mit Volldampf und Polizeirecht Flächen für Asylunterkünfte zu akquirieren, sollten die Politiker lieber den Personalstamm beim Bundesamt drastisch aufstocken, damit die Asylanträge zügiger und weit schneller entschieden werden. Und bei gesetzlich unberechtigten Anträgen sollte zügig abgeschoben werden.

  • Boris  sagt:

    Der Kommentar von AR ist einfach ganz schlimme Hetze.
    Gegen Flüchtlinge, gegen Menschen und Strukturen die Hilfe leisten und gegen (angenommene) politische gegner. Solche Äußerungen gehen garnicht. Trotzdem oder gerade deshalb muss über diese Entscheidung gerdet werden. 900 von 2000 Plätzen in Wilhelmsburg ist schon heftig. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass in Altona und den Waldförfern praktisch niemand einquartiert wird.
    Dafür in Billstedt, Harburg und Wilhelmsburg um so mehr. Und auch noch die Berzeliusstraße reaktiviert wird. Ein Armutszeugnis für Scheele. Ich finde, man darf diese Verteilung über die Stadt nicht akzeptieren. Aber egal ob es nun 500 oder 900 zusätzliche Plätze auf den Elbinseln sind. Wie wird das flankiert? Der Senat kann doch nicht glauben, dass das ohne Streetworker (und Polizei) ruhig durchläuft.

    • Adam Rey  sagt:

      Lieber Boris, wenn Dir eine Meinung nicht passt, dann ist das „schlimme Hetze“ ? Und Du schreibst doch selbst, dass es „ohne Streetworker“ nicht geht. Wer soll das mit seinen Lohnsteuern bezahlen ? Doch nicht der selbsternannte Künstler aus Wilhelmsburg, der vor einigen Wochen im Abendblatt von Willkommenskultur gefasselt hat. Aber selbst Lohnersatzleistungen bezieht – aus den Steuern von arbeitenden Menschen wie der Friseurin oder der Kassenkraft im Supermarkt…. Mit dem Geld, welches andere erarbeitet haben,
      lässt es sich gut grosszügig sein….

  • daniel  sagt:

    Adam Rey, Du bist auf der falschen Homepaage gelandet! Lass Dich doch bei pi oder Altermedia aus…

    Lasst uns auf die Politiker und ihr Gerede von Integration scheissen und die Flüchtlinge hier willkommen heißen und ihnen helfen, sich an das Leben in dieser Ueberflussgesellschaft einzugewöhnen, die Sprache zu lernen und hier leben zu können. Sie haben es verdient, bei dem was sie in ihren Heimatländern und auf der Flucht erlebt haben!

    • Adam Rey  sagt:

      Die wirklich Notleidenden findet man nicht in Wilhelmsburg, sondern in den Zeltstädten entlang der türkischen Grenze. Ein einzelner Flüchtling in Deutschland verursacht Kosten weit über 1000 EUR pro Monat – für das gleiche Geld kann man ein Dutzend Menschen in den Zeltlagern entlang der Grenze das Alltagsleben erträglich gestalten. Übrigens hoffen Milliarden Afrikaner darauf, in Europa ein besseres Leben anzufangen… Hälst Du es wirklich für machbar, sie alle hierher zu holen und deren Probleme hier zu lösen ???

  • WilhelmsburgOnline.de  sagt:

    Wir haben eine kleine Unstimmigkeit korrigiert bei der Zahl der Flüchtlinge: Die Zahl 2000 bezieht sich auf die akut geschaffenen Notunterkünfte. In die 900 Plätze in Wilhelmsburg zählen aber noch andere rein. Insofern heißt es nicht 900 von 2000, sondern 2000 Notunterkünfte in Mitte und 900 ingesamt auf der Insel.

  • Wochenrückblick: Hamburg sucht nach Lösungen  sagt:

    […] einer Unterkunft in Wilhelmsburg sind bereits erste Flüchtlinge eingezogen. Auf der Elbinsel soll noch eine weitere Unterkunft folgen. Ein Standort ist in Wandsbek angedacht, […]

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