Reiherstiegfest – Ein Quartier stellt sich vor

Bunt ging es zu beim Reiherstiegfest an der Emmauskirche. Vereine, Initiativen und Glaubensgemeinschaften aus dem Norden Wilhelmsburgs präsentierten sich der Nachbarschaft und luden zum Spielen, Schlemmen und Schnacken ein. WilhelmsburgOnline.de lässt das Fest in einer Bilderreihe Revue passieren.

Spannende Spiele gab es beim Reiherstiegfest zu entdecken – etwa Balancieren auf der Slackline. „Eigentlich mach man das mit einem Seil“, erklärt Uli Gomolzig vom Haus der Jugend. Der Jugendtreff am Rotenhäuser Damm ist außer sonntags täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet.
Für hausgemachte Kostproben aus der türkischen Küche sind die Frauen der Muradiye-Moschee mal wieder erste Adresse. Was hungrige und neugierige Gäste in der Kasse hinterlassen, will die Gemeinde in ihre Jugendarbeit stecken, erklärt der Vorsitzende Kocaman Ishak. Um für junge Leute mehr Platz zu schaffen, soll die Moschee an der Eckermannstraße ausgebaut werden. „Wichtig ist, dass wir den Islam gut repräsentieren“, sagt Kocaman Ishak.
Bei jedem Treffer kommt Süßes von oben: Die Christen von der Initiative Wilhelmsburgprojekt machten mit einem Schokokuss-Katapult auf sich aufmerksam. Ab Ende September soll es auch Gottesdienste für den Stadtteil geben, erklärt Siegmar Borchert. „Im Grunde wollen wir das Evangelium so vermitteln, dass die Leute in Wilhelmsburg verstehen, dass das mit ihrem Leben etwas zu tun hat“, sagt er.
Musik zum Fest gab es unter anderem vom Treffpunkt Inselchor, der im Treffpunkt.Elbinsel an der Fährstraße zu Hause ist. Jede zweite Woche am Freitagnachmittag treffen sich die Sängerinnen und Sänger, um gemeinsam Lieblingslieder zu schmettern. „Wir sind eine richtige Gemeinschaft“, sagt Elke Holert, die auf dem Reiherstiegfest mit „Lily Marleen“ Applaus erntete. Chorgründer Wilhelm Schlömer freut sich, wenn noch Leute dazustoßen. „Jeder kann mitmachen“, sagt er.
Der Verein Zukunft Elbinsel sammelt Unterschriften für eine bessere Fährverbindung zwischen Insel und Stadt. „Wir sind glücklich, dass es die Fähre gibt – nun soll sie auch täglich fahren“, sagt Michael Rothschuh. Er freut sich über die gute Stimmung beim Fest und hofft auf mehr Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen im Reiherstiegviertel.
Mit Schere, Kleber und Papier hantieren die jüngeren Besucher des Festes am Stand des Jugendhilfe-Vereins Gangway. Im alltäglichen Leben setzt sich der Verein für Jugendliche und junge Erwachsene ein und hilft zum Beispiel bei der Jobsuche und Problemen zu Hause. Wer Hilfe sucht, kann jeden Donnerstagnachmittag beim Verein am Vogelhüttendeich 40 vorbeischauen.
Backstage hinter der Band zu stehen ist schon ziemlich cool. Noch cooler: Bei Missink durften die jungen Fans auch mal dem Schlagzeuger helfen. Nach dem Treffpunkt Inselchor und dem Liedermacher Magnus Wulff machte Missink mit Coverversionen aktueller Hits Stimmung auf dem Platz.
Auch das neue Künstlerhaus am Veringkanal stellte sich auf dem Reiherstiegfest vor. „Ich habe schon viele Anfragen gehabt, ob noch Ateliers frei sind“, sagt Jann Kaune vom Atelierhaus 23. Bei der Frage muss er zwar passen – zurzeit ist alles belegt. Dafür macht er Werbung für die Galerie des Hauses, die nun geöffnet ist und auch zur Miete genutzt werden kann.
Mit einem Kiosk Marke Eigenbau und vielen Spielgeräten für draußen waren Spielhaus und Bauspielplatz vom Rotenhäuser Feld angerückt. Dort können Kinder Hütten selbst bauen. „Wir helfen natürlich dabei“, sagt Kenan Alimci, der sich bei dem Treffpunkt hinter dem Bunker engagiert. Das Spielhaus ist wochentags ab 15 Uhr offen, dienstags und freitags wird draußen gezimmert.
Wer eigenhändig Hütten bauen kann, kann auch im strömenden Regen Stockbrot rösten – dachten sich einige Jungs an der Feuerschale vom Bauspielplatz. Solange die Glut noch glimmt – niemals aufgeben!
Auch an der mobilen Schmiede von Klaus-Günter Junge geht es heiß her. Hier dürfen Jugendliche hämmern, bis die Funken fliegen. „Die Jungs wollen alle ein Messer“, erzählt der Hobby-Schmied, der sich in Wilhelmsburg in der Waldorf-Initiative stark macht. „Ich achte natürlich darauf, dass die Klingen nicht scharf sind.“ Sicherheit geht vor: Ohne Lederschürze und Schutzbrille läuft hier nichts.
Beim Kinderschminken ist nach dem Unwetter die zweite Runde dran: Regenverwaschene Schmetterlinge, Comic-Helden und Prinzessinnen wollen wieder aussehen wie neu. Katrin Hoffmann von der Freien Schule Hamburg tupft, wo gewünscht, noch ein wenig Glitzer nach. Normalerweise hilft sie Jugendlichen beim Lernen. Auf dem Reiherstiegfest malt sie eine Spiderman-Maske nach der anderen. „Superhelden kann man nie genug haben“, sagt Katrin Hoffmann.

 

von Annabel Trautwein

 

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