„Da stand die ganze Halle und hat supportet“

Konfetti

Für den Hamburg Towers Supporters Club steht die Unterstützung der Mannschaft im Vordergrund. Wir haben uns nach dem letzten Basketballspiel der Towers im Jahr 2015 mit einem der Mitglieder getroffen.

Die Hamburg Towers hatten am Samstag so ihre Probleme mit den Gästen aus Trier. Nach dem ersten Viertel stand es 16:16, den im zweiten Viertel erarbeiteten Vorsprung verschenkten die Gastgeber im dritten Viertel des Spiels. Viele Ballverluste und eine starke Trierer Mannschaft führten dazu, dass die Gäste wieder aufschließen konnten. „Das Spiel ist eigentlich so wie immer verlaufen“, verrät mir Simon Riedel nach dem Abpfiff. „Du kannst Dir nicht vorstellen, wie viele Nahtoderfahrungen ich hier schon hatte.“

Simon ist 20 Jahre alt und der Trommler des Hamburg Towers Supporters Club (HTSC). Die Gruppe besteht aus derzeit etwa 15 Leuten, die sich zusammengefunden haben, um die Mannschaft der Towers bei den Spielen bestmöglich zu unterstützen. Heute hat das nach Simons Ansicht ganz gut geklappt: „Die Halle ist ein starker Faktor, hat heute super mitgemacht. Im vierten Viertel stand die ganze Halle und hat supportet.“ Vor allem angesichts der Tatsache, dass an diesem Abend nicht alle Mitglieder des HTSC anwesend waren, sei es eine gute Stimmung gewesen. „Wir waren heute ja nur eine Gruppe von sieben, acht Leuten, die die Lieder angestimmt hat – wenn dann die ganze Halle mitmacht, pusht uns das natürlich auch.“

Manchmal hilft der Hallensprecher aus

„Defense! Defense!“ – wenn dieser Ruf ertönt, ist allen in der Halle klar, dass Trier am Ball ist und die eigene Mannschaft gerade jetzt Unterstützung braucht. Doch nicht immer machen alle Zuschauer so mit, wie der HTSC sich das wünscht. Da kommt der Hallensprecher ins Spiel, der die Halle zum Mitmachen auffordert. „Der Hallensprecher ist schon noch wichtig für uns“, gibt Simon unumwunden zu. Natürlich sieht sich der HTSC zuerst in der Verantwortung, die Stimmung in der Halle anzuheizen. Aber manchmal helfe der Sprecher eben aus. „Wir wollen natürlich immer die ganze Halle hinter uns haben und er kann die Leute manchmal besser mitnehmen als wir. Wir haben uns auch schon Mal mit ihm getroffen, um die Aktionen besser koordinieren zu können – seitdem läuft das auf jeden Fall besser.“

Letztlich reichte es dann doch wieder für das Team rund um Trainer Hamed Attarbashi – mit einem versöhnlichen 70:63 verabschiedeten sich die Towers in die kurze Winterpause. Topscorer war an diesem Abend Bazoumana Kone mit 21 Punkten. Nach dem Spiel, als Fans und Spieler gemeinsam singen, ist beiden Seiten die Erleichterung anzusehen. Dabei fällt auf, dass ein Spieler in der Gunst des HTSC besonders hoch zu stehen scheint, da sein Name in einem Lied mehrmals vorkommt: Steffen Kiese. „Das Team steht für uns natürlich im Vordergrund, Basketball ist ein Mannschaftssport“, sagt Simon. „Aber man hat auch seine Lieblinge, und für uns ist das Steffen Kiese, der ist einfach derbe sympathisch.“

„Die Spieler sind wie Kumpels für uns“

Was schätzt Simon, der auch Fan des HSV ist, an den Hamburg Towers besonders? „Ganz klar: Es gibt nicht wirklich Trennlinien zwischen Fans und Spielern. Aus Fanperspektive ist das einfach megageil. Nach dem Spiel sitzen wir oft noch mit den Spielern zum Essen zusammen. Die sind wie Kumpels für uns. Versuch das mal beim HSV!“ Das könne sich natürlich ändern, wenn die Towers aufsteigen und etliche Spieler den Wilhelmsburger Verein verlassen. Aber einen Aufstieg hält Simon frühestens in vier oder fünf Jahren für realistisch. Das Geld, das der neue Sponsor Vattenfall in die Hamburg Towers steckt, kann dazu seinen Teil beitragen: „Die investieren eine sechsstellige Summe in das Team hinter den Spielern, das Büro und vor allem auch die Jugendarbeit.“

Simon sieht die Finanzspritze des Energiekonzerns positiv, denn der Nachwuchs ist für den HTSC ebenfalls wichtig. „Es kommt vor, dass wir auch zu den Piraten gehen, der Jugendmannschaft. Man kennt sich untereinander und sie laden uns schon mal zu Spielen ein.“ Auch wenn die Profis im Mittelpunkt des Interesses stehen, nimmt der HTSC Anteil an der Jugendarbeit des Vereins. „Das sind schließlich die Stars von morgen.“

Auch auswärts steht der HTSC zu seinem Team

Anfang Januar geht es weiter mit Basketball in der ProA. Nach einem Heimspiel gegen Jena müssen die Towers dann zum Auswärtsspiel gegen die ETB Wohnbau Baskets nach Essen. Der HTSC wird vermutlich dabei sein; denn auch wenn die Mitglieder wegen Arbeit nicht bei allen auswärtigen Spielen anwesend sein können, versuchen sie doch, die Mannschaft nicht nur in Wilhelmsburg zu unterstützen. „Wir haben schon ein paar Kilometer für die Jungs abgerissen“, sagt Simon schmunzelnd. Die Mannschaft wisse das zu schätzen und freue sich, auch in der Fremde bekannte Gesichter zu sehen. Die Hamburg Towers wollen aufsteigen – für den HTSC ist die Eintragung als Verein der nächste Schritt. „So, ich muss jetzt zu den anderen, die warten schon bei Mr. Kebab“, verabschiedet sich Simon. Der eine oder andere Spieler wird sicherlich auch bereits dort sein.

von Michael Keller

 

3 Kommentare zu „Da stand die ganze Halle und hat supportet“

  • Mary-O  sagt:

    Schade dass sich der "HTSC" einen Rag nach Erscheinen des Artikels offiziell aufgelöst hat. Konnte aber ja niemand wissen, wurde ja selbst den Mitgliedern nicht vorher mitgeteilt, die es dann über die sozialen Netzwerke erfahren haben… Mieses Karma, oder? btw. die ersten beiden im Artikel eingebetteten Bilder sind verzogen, fällt das niemandem auf? Wenn wir alle so ein Format hätten wäre die Hälfte von uns Profibasketballer… 

    • WilhelmsburgOnline.de  sagt:

      Hallo Mary, vielleicht stellt dein Computer oder Telefon den Artikel nicht richtig dar. Bei uns sieht es ganz normal aus, aber auf Mobilgeräten passt es manchmal noch nicht genau. Wir arbeiten noch daran, es zu optimieren. Dass der HTSC sich plötzlich auflösen würde, hätten wir nicht geahnt. Hoffentlich überlegen sie es sich noch mal.

  • Simon Riedel  sagt:

    Guten Abend, 

    Die Auflösung des HTSC stand schon länger im Raum. Das sie nun so plötzlich kommt, war nur den wenigsten bekannt! Wir haben allerdings am selben Tag den "Hamburg Towers Fanclub" gegründet (auch auf Facebook unter dem Namen zu finden), in dem sich nun die übrig gebliebenen sammeln und neu organisieren. Also keine Sorge, bei den Spielen sind wir trotzdem vertreten und werden Stimmung machen. 

     

    Euch noch ein paar schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016! 

     

    Liebe Grüße,

    Simon vom Hamburg Towers Fanclub

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