„Sehr geehrtes Jobcenter…“

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Es ist ein Stressfaktor im Leben vieler Wilhelmsburger: Wer vom Jobcenter abhängig ist, braucht ein dickes Fell. Nicht nur die Bürokratie und ihre Sackgassen macht Hartz-IV-Empfängern zu schaffen, sondern oft auch ein rauher Ton und menschliche Härte im Umgang mit Sachbearbeitern. Einige Menschen in Wilhelmsburg wollen das ändern und arbeiten an einem fairen Dialog mit dem Jobcenter.

 

 

Auf Augenhöhe mit dem Jobcenter

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Frust mit dem Jobcenter ist für viele Wilhelmsburger ein Dauerthema – nun wollen Bedürftige und Verantwortliche einen ersten Schritt aufeinander zu machen. Am Montag treffen sich engagierte Hartz-IV-Empfänger und Sozialarbeiterinnen mit der Chefin des Jobcenters auf der Insel. Sonja Lorenz soll aus erster Hand erfahren, was aus Sicht ihrer „Kunden“ schief läuft. Umgekehrt wollen die Wilhelmsburger von ihr wissen, mit welchen Vorgaben und Zwängen ihre Mitarbeiter fertig werden müssen – und wie ein besseres Miteinander klappen kann. Läuft das Gespräch gut, könnte die Wilhelmsburger Initiative einen Prozess in Gang setzen, der Tausenden Menschen das Leben erleichtert.

Die Liste der Klagen ist lang: Immer wieder verschwinden Papiere i...

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Ein besseres Jobcenter ist möglich: Tipps aus Berlin

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Rechenfehler bei Hartz IV-Leistungen, zu wenig Beratung und Stress mit den Sachbearbeitern – zwischen Jobcenter und Bedürftigen in Wilhelmsburg läuft offenbar einiges schief. Es gibt viel zu klären, doch Einladungen zu einem öffentlichen Gespräch lehnte die Leiterin des Jobcenters in Wilhelmsburg bisher ab. Der Grund: Sie dürfe keine Einzelfälle publik machen. Doch handelt es sich bei den Klagen wirklich um Einzelfälle? Im Berliner Stadtteil Wedding haben „Kunden“ des Jobcenters ganz ähnliche Erfahrungen gemacht – und gemeinsam mit dem Personal Lösungen erarbeitet. Wie das geklappt hat, erläuterte der Berliner Rolf Frommholz im Kreis von interessierten Wilhelmsburgern im Bürgerhaus. Nun sucht die Runde nach weiteren Mitstreitern für eine Aktionsgruppe.

Ein Gespräch auf Augenhöhe mit dem Chef des Jobcenters – für viele Leistungsempfänger...

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Demo gegen Sozialabbau – Bedürftige protestieren

80 bis 100 Menschen machten sich auf den Weg zur Regionalstelle des Jugendamtes

Die Sozialberatungsstelle für Migranten im Rathaus Wilhelmsburg soll bleiben – dafür sind am Montag viele Menschen auf die Straße gegangen. Nach einer Kundgebung vor dem Rathaus zogen sie in einer spontanen Demonstration zur Regionalstelle des Jugend- und Sozialdezernats. Dort erklärte ein Teil der Gruppe dem Regionalleiter Martin Kloszowski, was die Bedürftigen vor seiner Tür forderten: Weitermachen mit der allgemeinen Sozialberatung im Rathaus Wilhelmsburg – und zwar für alle Menschen ausländischer Herkunft. Welche Behörde die Stelle schafft, sei völlig egal, sagen die Betroffenen. Hauptsache, sie bekommen auch in Zukunft eine verständliche Antwort auf lebenswichtige Fragen.

„Schluss mit der Ausgrenzung, Diskriminierung und Benachteiligun...

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Was läuft schief im Jobcenter?

Das Jobcenter in Wilhelmsburg ist für viele Bedürftige ein gefürchteter Ort

„So viele Briefe an einem Tag!“ Ein grauhaariger Mann knallt einen Stapel Umschläge auf den Tisch. Es sind acht Stück, alle kommen vom Jobcenter. „Das ist Wahnsinn!“, ruft er. Seine Wut ist für alle im Raum verständlich. Etwa 30 Frauen und Männer sind zur Veranstaltung „Wer hat Angst vorm Jobcenter?“ ins Bürgerhaus Wilhelmsburg gekommen. Alle haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht – schlimme, weniger schlimme, manchmal auch gute. Stress, Frust und Wut aber teilen sie alle. Bei einem ersten Treffen suchten die Betroffenen gemeinsam nach einer Ursache: Wo läuft etwas schief im Jobcenter? Was muss besser werden?

„Geh zurück nach Russland!“ Das habe sie auf dem Jobcenter zu hören bekomm...

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Beratungsstelle von Hasan Cinar schließt

18 Stunden pro Woche ist Hasan Cinar für Bedürftige in Wilhelmsburg zu sprechen. Nun soll seine Stelle gestrichen werden.

Hasan Cinar ist ein gefragter Mann im Rathaus Wilhelmsburg. Woche für Woche berät er Menschen aus dem Stadtteil, unterstützt sie beim Umgang mit Behörden und Bürokratie, übersetzt Formulare und Briefe. Viele Wilhelmsburger ausländischer Herkunft vertrauen ihm und bauen auf seine Hilfe. Doch bald stehen sie vor verschlossener Tür: Der Bezirk Mitte will die Stelle „Sozialberatung für Migranten“ aus Kostengründen ersatzlos streichen. Viele Bedürftige in Wilhelmsburg fühlen sich im Stich gelassen. Auch in den übrigen sozialen Beratungsstellen besteht die Sorge, dass sich die Notlage vieler Menschen auf der Insel weiter verschärft. Nun wollen Betroffene um die Beratungsstelle kämpfen.

„Hasan soll bleiben!“ Mit brüchiger Stimme trägt eine alte Wilhelmsburgerin mit Kop...

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