Soziales getaggte Beiträge

Demo gegen Sozialabbau – Bedürftige protestieren

80 bis 100 Menschen machten sich auf den Weg zur Regionalstelle des Jugendamtes

Die Sozialberatungsstelle für Migranten im Rathaus Wilhelmsburg soll bleiben – dafür sind am Montag viele Menschen auf die Straße gegangen. Nach einer Kundgebung vor dem Rathaus zogen sie in einer spontanen Demonstration zur Regionalstelle des Jugend- und Sozialdezernats. Dort erklärte ein Teil der Gruppe dem Regionalleiter Martin Kloszowski, was die Bedürftigen vor seiner Tür forderten: Weitermachen mit der allgemeinen Sozialberatung im Rathaus Wilhelmsburg – und zwar für alle Menschen ausländischer Herkunft. Welche Behörde die Stelle schafft, sei völlig egal, sagen die Betroffenen. Hauptsache, sie bekommen auch in Zukunft eine verständliche Antwort auf lebenswichtige Fragen.

„Schluss mit der Ausgrenzung, Diskriminierung und Benachteiligun...

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Lampedusa in Wilhelmsburg

Rund 30 Menschen kamen am Montagabend zum Vortrag der Gruppe Lampedusa in Hamburg in den Infoladen

Recht und Ordnung: Was der Hamburger Senat darunter versteht, hat Mohammed Bansse am 12. Oktober erlebt. Vor dem Hauptbahnhof wurde er von Polizisten festgenommen und zur Wache gebracht, ohne Begründung. Seinen Anwalt anrufen durfte er nicht. „Sie haben mein Telefon genommen und ausgeschaltet“, erzählt der Mann von der Elfenbeinküste. Dann sollte er ein Dokument unterschreiben, das er nicht lesen konnte. „Das sind deine deutschen Dokumente“, sagte die Polizei. Mohammed Bansse weigerte sich. Als er sich auch sträubte, fotografiert zu werden, kopierten die Beamten die Papiere, die ihm die italienischen Behörden gegeben hatten. Elf Stunden hielten sie ihn fest, dann brachten sie ihn mit anderen Afrikanern zur erkennungsdienstlichen Behandlung, maßen seine Körpergröße, nahmen seinen Fingerabdruck. „Danach wurden wir freigelassen“, erzählt Mohammed Bansse am Montagabend im Wilhelmsburger Infoladen.

Die Geschichte ist eine von vielen, die seit dem 11...

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Was läuft schief im Jobcenter?

Das Jobcenter in Wilhelmsburg ist für viele Bedürftige ein gefürchteter Ort

„So viele Briefe an einem Tag!“ Ein grauhaariger Mann knallt einen Stapel Umschläge auf den Tisch. Es sind acht Stück, alle kommen vom Jobcenter. „Das ist Wahnsinn!“, ruft er. Seine Wut ist für alle im Raum verständlich. Etwa 30 Frauen und Männer sind zur Veranstaltung „Wer hat Angst vorm Jobcenter?“ ins Bürgerhaus Wilhelmsburg gekommen. Alle haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht – schlimme, weniger schlimme, manchmal auch gute. Stress, Frust und Wut aber teilen sie alle. Bei einem ersten Treffen suchten die Betroffenen gemeinsam nach einer Ursache: Wo läuft etwas schief im Jobcenter? Was muss besser werden?

„Geh zurück nach Russland!“ Das habe sie auf dem Jobcenter zu hören bekomm...

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Nach igs: Eine vielseitige Sporthalle für die Insel

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Die große igs-Blumenhalle soll nach dem Ende der Gartenschau als Mehrzweck-Sporthalle weitergenutzt werden. Geplant ist, dort eine Spielstätte für das neu gegründete Basketball-Bundesligateam "Hamburg Towers" einzurichten. Zusätzlich soll die Halle das Zuhause für die Inselakademie werden, die Jugendlichen und Vereinen aus dem Stadtteil das gemeinsame Trainieren ermöglicht.

Das Konzept wurde am Montag in der Halle i...

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Obdach schaffen in leeren Häusern: Menschen auf der Insel sind gefragt

Leere Häuser verfallen, gleichzeitig mangelt es an Unterkünften für Flüchtlinge und Wohnungslose. Die Aktion "Obdach ist machbar, Herr Nachbar" will helfen.

Menschen leben auf der Straße, im Zelt oder im Auto oder zwängen sich zu mehreren in winzige Unterkünfte – und gleichzeitig stehen Häuser leer. Diese Schieflage gibt es auch in Wilhelmsburg, sagen Diakon Mark Möller und Sozialberater Ali Yüce. Mit der Aktion „Obdach ist machbar, Herr Nachbar“ wollen sie die Menschen auf der Elbinsel anregen zu helfen. Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger werden gebeten, gemeinsam nach ungenutzten Räumen Ausschau zu halten. Im Einvernehmen mit den Eigentümern wollen die Initiatoren der Aktion dort Menschen ohne Zuhause eine würdige Unterkunft bieten.

„Wir finden, dass Wilhelmsburg ein engagierter Stadtteil ist“, schreiben Mark Möller und Ali Yüce in ihrem Aufruf. „Er lebt auch von der Vielfalt der Kulturen und Milieus...

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