Der Kader steht – die Halle ist noch Baustelle

Towers Halle Head (Large)

Das Team der Hamburg Towers ist komplett: Mit Janis Stielow und René Kindzeka zählt der Kader der ersten Hamburger Profi-Basketballmannschaft nun elf Spieler. Zusätzlich sollen Marvin Adu und Felix Jehnichen die Ligaspieler beim Training unterstützen. Bis in der Halle am Inselpark Körbe versenkt werden können, ist es aber noch viel Arbeit: Die Spielstätte ist sechs Wochen vor Saisonbeginn noch im Rohbau, weder Parkett noch Tribünen sind fertig. Towers-Chef Marvin Willoughby ist trotzdem zuversichtlich: „Wir werden am 19. Oktober hier unser erstes Heimspiel durchführen.“

Die Entscheidung ist gefallen: Für Parkett, gegen Linoleum. Eine leichte Wahl war es nicht. „Wir haben uns Hallen in ganz Deutschland angeguckt um zu entscheiden: Was machen wir“, sagt Marvin Willoughby. Vom Spielfeld selbst ist aber in der zukünftigen Basketball-Halle am Inselpark noch nichts zu sehen. Erst muss die Lüftungsanlage eingebaut sein, dann alle anderen Deckeninstallationen. Danach kommt der Boden, damit anschließend die beweglichen Tribünen montiert werden können – Sitzreihen, die wie Schubladen ausgezogen und eingefahren werden können. So lasse sich die Halle je nach Platzbedarf unterschiedlich gestalten, erklärt Marvin Willoughby.

Die Spielstätte in der früheren igs-Blumenhalle ist nicht nur für die Profis der Hamburg Towers gedacht. Auch die Jugend- und Nachwuchs-Basketballer der Piraten Hamburg, die Marvin Willoughby als Headcoach trainiert, sollen hier zu Hause sein. Bei der Wahl des Bodens hätten die Hallenbauer auch an die RB Baskets Hamburg gedacht, sagt er: Für das Rollstuhl-Basketballteam, das bereits erste Bundesliga spielt und internationale Erfolge feiert, sei Parkett viel geeigneter als Linoleum. „Das Spiel ist viel schneller. Es gibt nichts besseres für die“, erklärt der ehemalige Nationalspieler. Abgesehen vom Hochleistungssport sollen auch kostenlose Trainingsangebote in der neuen Halle Platz finden, zum Beispiel die Gruppe „BasKIDball“ des Vereins Sport ohne Grenzen. Hier können 12- bis 18-Jährige dienstags und donnerstags spontan zum kostenlosen Training vorbeikommen – bisher noch im Sport- und Bewegungszentrum am Rotenhäuser Damm, künftig in der neuen Inselpark-Halle. Zudem sollen dort auch Dusch- und Umkleideräume für Sportler aus dem Park offenstehen, erklärt Marvin Willoughby. Hier könnte eine Kooperation mit den Firmen und Vereinen der Sportinsel-Genossenschaft entstehen, die im Inselpark angesiedelt ist.

Chance für den Schulsport – doch wer zahlt die Miete?

Auch für den Schulsport könnte die Halle neue Perspektiven eröffnen, sagt Marvin Willoughby. Beim Unterricht für die 5. und 6. Klassen arbeitet der Verein Sport ohne Grenzen bereits mit der Nelson-Mandela-Schule und der Stadtteilschule Wilhelmsburg zusammen: Trainerinnen und Trainer des Vereins übernehmen für einige Wochen den Sportunterricht. Dabei geht es nicht nur ums Laufen, Springen und Werfen, sondern auch um soziale Fähigkeiten, erklärt Marvin Willoughby. Spielend sollen die Kinder lernen, Regeln einzuhalten, Konflikte zu lösen und Sprachkenntnisse zu verbessern. Das Programm „Learn4Life“ soll da ansetzen, wo Schüler, Eltern und Lehrer oft überfordert sind. All das in der Inselpark-Halle anzubieten, könnte für die Kinder ein zusätzlicher Ansporn sein, meint der Sportchef der Hamburg Towers: Hier könnten sie Feld an Feld mit Profis trainieren, die es mit Fairplay und Teamgeist bereits zum Erfolg gebracht haben. „Das ist ein großer Vorteil, wenn sich die Schulen ihre Partner selbst aussuchen können“, sagt der Wilhelmsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi bei einem Rundgang durch den Rohbau der Halle.

Trotzdem ist noch nicht geklärt, ob auch die Sportklassen am Inselpark einziehen können. Der Knackpunkt ist das Geld: Schulen und Schulbehörde seien sich noch uneins, wer die Miete zahlen soll, sagt Marvin Willoughby. Denn außer den Rollstuhl-Erstligisten bekommt keiner die Halle umsonst, auch nicht die Hamburg Towers. Andererseits müssen es nicht nur Sportgruppen sein, die die Kasse füllen, meint der Wilhelmsburger. „Es gibt ja auch die Möglichkeit, hier Comedyveranstaltungen oder einen Ärztekongress stattfinden zu lassen“, sagt er. „Die Veranstaltungen sind für uns schon ein wichtiges Thema, um Geld zu generieren.“

Vieles ist noch offen, doch die Frage, die Marvin Willoughby derzeit am meisten drängt, lautet: Wird die Halle rechtzeitig zum ersten Heimspiel der Towers fertig? Der Sportchef ist zuversichtlich: Zum Anpfiff am 19. Oktober gegen die Bayer Giants Leverkusen wird nicht nur das Team, sondern auch die Inselpark-Halle einsatzbereit sein. Sollte dann in einer der Umkleidekabinen noch eine Fliese fehlen, sei das keine Katastrophe. „Wir wollen uns nicht daran messen lassen, wie schnell die Halle fertig wird, sondern wie nachhaltig wir unsere Ideen umsetzen können“, sagt Marvin Willoughby.

Eine Idee ist, die Hamburg Towers nach einer erfolgreichen Spielzeit in der zweiten Basketball-Liga Pro A in die erste, die Beko BBL, zu führen. Dann müsste zwar wieder ein neues Parkett her – die Halle wird vorerst ein teilbares Spielfeld mit zusätzlichen Linien für drei Querfelder bekommen, und für Erstligisten sind nur große Felder mit entsprechender Markierung zugelassen. Doch langfristig soll Hamburg im Basketball ganz oben mitmischen. Dazu sollen auch Janis Stielow und René Kindzeka beitragen: Die beiden 19-Jährigen kommen mit einem Abstecher über den Zweitligisten SC Rist Wedel aus der Kaderschmiede der Piraten Hamburg und haben bereits Erfahrungen als Erstligisten im Nachwuchs-Basketball. Janis Stielow, der schon in der Jugendnationalmannschaft im Einsatz war, soll mit seinen 1,93 Metern als Shooting Guard die Abwehr der Towers sichern. Der 1,85 Meter große René Kindzeka ist als Guard im Kader vorgesehen. Als Trainingsspieler ergänzen Marvin Adu und Felix Jehnichen das Team – bei Ligaspielen werden sie jedoch noch nicht dabei sein. „Wir wollen jedes Jahr zwei Spielern aus unserem Programm die Möglichkeit geben, sich bei den Hamburg Towers zu beweisen“, erklärt Marvin Willoughby. Seit den letzten Neuzugängen sei nicht nur der Kader für die Pro A nun komplett: „Mit der Verpflichtung von Janis und René machen wir buchstäblich den Deckel auf unsere erfolgreiche Jugendarbeit.“

von Annabel Trautwein

 

Towers stellen sich beim Sommerfest im Inselpark vor

Die Sportinsel-Genossenschaft lädt für Sonntag, 17. August, zum Sommerfest in den Inselpark ein. Marvin Willoughby wird als Vorsitzender der Genossenschaft und als Sportchef der Hamburg Towers dabei sein, um Fragen rund um den Fortgang am Inselpark zu beantworten. Ansonsten versprechen die Organisatoren Spiele und Aktionen für die ganze Familie. Das Fest beginnt um 12 Uhr und soll gegen 18 Uhr zu Ende gehen.

 

ein Kommentar zu Der Kader steht – die Halle ist noch Baustelle

  • Der gedeckelte Deckel | Speersort 1 | ZEIT ONLINE  sagt:

    […] Kommen wir zum Sport: Der FC. St. Pauli konnte endlich einen Sieg einfahren. Mit 3:1 setzte sich der Zweitligist in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Rathenow durch. Für den USC Paloma gab es kein Wunder: Die Barmbeker verloren klar mit 0:9 gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim. Der HSV spielt am Montagabend in Cottbus. Noch kein Saisonspiel hinter sich haben die Basketballer der Towers. Aber die Mannschaft steht nun. Annabel von WilhelmsburgOnline hat den aktuellen Stand rund um das Team und die Wettkampfstätte diese Woche zusammengefasst. […]

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