Kinderzeitung: Geheimaktion „Blumen für alle“

Samen-Bomben gehören zur Ausstattung jedes Guerilla-Gärtners - Clara und Paul zeigen, wie es geht

Viele Menschen kommen in diesem Frühjahr zu Besuch nach Wilhelmsburg. Sie wollen sich die internationale Gartenschau ansehen (abgekürzt: igs). Dort haben Landschaftsplaner und Gärtner einen Park angelegt. Die Besucher der igs können sich dort Blumen und Pflanzen aus der ganzen Welt anschauen. Das kostet Eintritt – ohne ein Ticket darf niemand auf das Gelände der Gartenschau. Blumen gibt es aber nicht nur auf der igs. Auch am Straßenrand sprießt und blüht es – und zwar für alle kostenlos. Die Natur macht ihre Show einfach selbst. Ihr könnt dabei helfen, wenn ihr die richtigen Tricks kennt.

In vielen Städten gibt es Gärtner in geheimer Mission. Sie sähen Blumen am Straßenrand oder legen um Bäume herum ganze Beete an. Einige pflanzen in ihrer Nachbarschaft sogar Gemüse und Kräuter oder binden Topfpflanzen an Straßenlaternen fest. Solche Aktionen sind in der Regel verboten. Deswegen sprechen die heimlichen Hobby-Gärtner auch von „Guerilla Gardening“.

„Guerilla“ ist spanisch und bedeutet „kleiner Krieg“, das Wort „Gardening“ heißt „Gärtnern“ auf Englisch. Die Guerilla-Gärtner gehen oft vor wie Kämpfer: Sie schleichen sich heimlich an, machen schnell ihre Aktion und verschwinden dann wieder. Wenn sie erwischt werden, gibt es zwar nur selten Ärger. Die Guerilla-Gärtner machen ja in der Regel nichts kaputt. Sie verschönern nur ihre Umgebung. Oft ist das wilde Gärtnern aber auch als Protest gemeint. Die Leute protestieren dagegen, dass es in den Städten immer weniger Platz für freie Natur gibt. Sie finden, dass Blumen und Pflanzen für alle da sein sollen.

Samen-Bomben selber machen – so geht's

Wer Guerilla-Gärtner werden möchte, braucht nicht viel. Blitzschnelle Aktionen klappen besonders gut mit Samen-Bomben – das sind Kugeln aus Erde und Lehm mit Blumensamen drin. Die können Kinder leicht selbst basteln. Das geht so:

Ihr braucht Erde. Die liegt draußen überall herum – etwa rund um die Bäume am Straßenrand, zwischen Sträuchern oder am Kanal. Aus Gärten oder Parks dürft ihr ohne zu fragen nichts mitnehmen. Faustregel: Wenn ein Zaun drumherum ist, lasst besser die Finger davon. Vergesst nicht, eine Schaufel oder einen Löffel zum Graben mitzunehmen und eine Tüte für die Erde.

Auch Lehm könnt ihr draußen finden. Lehm sieht so ähnlich aus wie Erde, fühlt sich aber anders an: klebriger und eher wie Knete oder Ton. Oft ist auch die Farbe etwas heller. In der Nähe von Gewässern gibt es oft Lehm, zum Beispiel am Kanalufer. Ihr braucht davon genauso viel wie von der Erde.

Blumensamen braucht ihr auch. Die gibt es zurzeit in vielen Geschäften zu kaufen. Am besten wählt ihr eine Wildblumen-Mischung. Diese Pflanzen halten was aus und blühen schön bunt. Auch Sonnenblumen-Kerne (mit Schale) sind gute Guerilla-Samen.

Jetzt wird es matschig: Lehm und Erde werden in einem Eimer oder einer großen Schüssel gemischt. Dann knetet ihr daraus eine Masse. Sie sollte sich wie Teig anfühlen. Ist die Masse zu krümelig, gebt etwas Wasser dazu. Ist sie zu matschig, dann hilft mehr Erde.

Teilt die Masse in Häufchen auf. Sie sollten gut in eure Hand passen. Dann drückt ihr die Häufchen platt, streut Blumensamen darauf und drückt die Samen in der Erde fest. Dasselbe macht ihr mit der Unterseite. Dann rollt ihr Kugeln daraus. Ihr könnt sie trocknen als Vorrat oder sofort verwenden. Aufräumen und Händewaschen nicht vergessen!

Jetzt kann die Guerilla-Aktion starten: Werft die Samen-Bomben draußen ab – am besten dort, wo es noch keine Blumen gibt. Ideal sind Plätze, wo genug Sonne und Regen hingelangt und die Erdkugeln niemandem auffallen. Ein Tipp: Mach mit deinen Eltern gemeinsame Sache. Sonst gibt es vielleicht Ärger mit ihnen oder sogar mit der Polizei.

von Annabel Trautwein

2 Kommentare zu Kinderzeitung: Geheimaktion „Blumen für alle“

  • Lisa  sagt:

    Ach wie schön 🙂

  • Sandra  sagt:

    Yeah! Und: Hammerfoto! Ich freu mich schon auf die Blumen!

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